Wie Deine Kund:innen Deinen Friseur-Verdienst beeinflussen

Kaufkraft, Standort und Service-Level entscheiden mit über Deinen Verdienst als Friseur:in. Erfahre, wie Du Dein Angebot clever darauf abstimmst.

Wie viel Du verdienst, hängt auch von Deinen Kund:innen ab

Warum Kaufkraft, Standort und Service-Level Dein Einkommen als Friseur:in direkt beeinflussen

Der Preis ist nicht egal – aber er ist nicht alles

Klar, es wäre schön, wenn es nur auf Talent und Fleiß ankäme. Doch in der Realität entscheidet oft etwas anderes mit über Dein Einkommen als Friseur:in: das Portemonnaie Deiner Kund:innen.

Ob Du Dich darüber ärgerst oder es bewusst zu Deinem Vorteil nutzt, liegt bei Dir. In diesem Artikel zeig ich Dir, warum die Kaufkraft Deiner Zielgruppe so entscheidend ist – und wie Du dieses Wissen nutzen kannst, um als Friseur:in besser zu verdienen.

  1. Preiselastizität: Wenn Luxus und Notwendigkeit aufeinandertreffen

Ein Haarschnitt ist für viele ein Muss. Eine Balayage, ein Olaplex-Treatment oder eine Haarverlängerung? Schon eher Luxus.
Je nachdem, wie viel Geld Deinen Kund:innen nach Miete, Strom, Sprit und Lebensmitteln bleibt (man nennt das „Diskreta-Einkommen“), sind sie bereit, mehr oder weniger für Friseurdienstleistungen auszugeben.

  • Höheres Einkommen = höhere Zahlungsbereitschaft
    Wer mehr Geld übrig hat, entscheidet sich häufiger für aufwendige Farben, Treatments und exklusive Pflegeprodukte.
  • Geringeres Einkommen = mehr Preisdruck
    Kund:innen mit kleinerem Budget sind preissensibler, buchen häufiger nur den Basis-Haarschnitt – und vergleichen stärker mit günstigen Ketten oder Mobilfriseuren.
  1. Standort, Standort, Standort

Wo Du arbeitest, macht einen riesigen Unterschied.
Ein Salon in einem gut situierten Stadtteil hat andere Preis- und Verdienstmöglichkeiten als einer in einem Viertel mit niedrigerer Kaufkraft.

  • In besseren Lagen kannst Du höhere Preise durchsetzen
    Die Kund:innen dort sind es gewohnt, für Qualität, Ambiente und Service mehr zu zahlen.
  • Zielgruppe entscheidet mit
    Positionierst Du Deinen Salon oder Deine Dienstleistung als „Premium“, ziehst Du Menschen an, die genau das suchen – und bezahlen können. Arbeitest Du dagegen in einem Umfeld mit kleinem Budget, muss Deine Preispolitik dazu passen.
  • Der Wettbewerb spielt auch mit
    Gibt es in der Nähe viele günstige Salons oder Ketten, musst Du entweder mitziehen – oder Dich bewusst über Qualität und Service abheben.
  1. Was Du anbietest – und wie Du es verkaufst

Nicht jeder Salon lebt vom Haarschnitt allein.
Je umfangreicher, exklusiver oder individueller Deine Services, desto höher der mögliche Verdienst.

  • Aufwendige Dienstleistungen bringen mehr Umsatz
    Balayage, Haarverlängerungen, pflegende Kurbehandlungen, Trend-Colorationen – diese Services dauern länger, sind materialintensiv und werden von zahlungskräftigeren Kund:innen häufiger gebucht.
  • Produktverkauf = verstecktes Umsatzplus
    In Salons mit höherer Preisklasse greifen Kund:innen auch öfter zu hochwertigen Produkten für zu Hause – und Du bekommst oft eine Provision darauf.
  • Zusatzservices schaffen Erlebnis
    Drinks, Beratung, Kopfmassage oder Aromatherapie – was früher Luxus war, wird heute gezielt vermarktet. Für Kund:innen mit Budget zählt nicht nur die Frisur, sondern das Gefühl.
  1. Trinkgeld & Empfehlungen: Kleine Gesten, großer Effekt

Auch wenn’s niemand offen sagt: Das Trinkgeld zählt. Und das Empfehlungsnetzwerk der Kund:innen auch.

  • Höheres Einkommen = höheres Trinkgeld
    Menschen mit mehr finanzieller Freiheit geben oft großzügigere Trinkgelder – gerade wenn sie sich wohl und verstanden fühlen.
  • Empfehlungen bringen neue Premium-Kund:innen
    Zufriedene Kund:innen erzählen gerne weiter, wo sie sich gut aufgehoben fühlen. Wer also „eine von diesen Kundinnen“ gewinnt, bekommt oft gleich die nächsten aus deren Netzwerk hinterher – und die zahlen mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnlich gern.
  1. Wie Du bezahlt wirst – und wie Du mehr rausholst

Viele Friseur:innen arbeiten mit Provisionssystemen oder Umsatzbeteiligungen.
Was Deine Kund:innen bereit sind zu zahlen, beeinflusst direkt Deinen eigenen Verdienst.

  • Provision pro Dienstleistung oder Produktverkauf
    Wenn Deine Kund:innen bereit sind, 150 € für ein Blond-Upgrade und 50 € für ein Pflegeset zu zahlen, geht ein Anteil davon direkt an Dich.
    Bei preissensibler Kundschaft, die für 20 € schneidet und Drogerieprodukte nutzt, sieht’s anders aus.
  • Höherer Stundenumsatz durch höhere Preise
    Selbst bei Festgehalt macht es einen Unterschied, ob Du in 60 Minuten 35 € oder 80 € Umsatz machst – spätestens bei Prämien oder Aufstiegsgesprächen fällt das ins Gewicht.

Teil 2: Stell Dir vor, Du wärst Friseur:in – und Deine Kund:innen entscheiden über Dein Gehalt

Die Sache ist eigentlich ganz logisch:
Dein Einkommen hängt nicht nur von Deiner Leistung ab, sondern auch davon, wie viel Geld Deine Kund:innen haben – und wie sie es ausgeben.

  1. Wer mehr Geld hat, zahlt auch mehr
  2. Dein Standort macht den Unterschied
  3. Was Du anbietest, entscheidet über Deinen Verdienst
  4. Empfehlungsrunden mit Potenzial
  • Luxus oder Basis?
    Kund:innen mit wenig Geld investieren nur in das, was unbedingt nötig ist. Der Pony muss runter? Okay. Mehr nicht.
    Wer aber finanziellen Spielraum hat, gönnt sich Farbe, Beratung, Pflege – und kommt vielleicht alle vier statt acht Wochen.
  • Qualität hat ihren Preis – und den zahlen nicht alle
    Wenn Du gute Arbeit leistest, mit hochwertigen Produkten arbeitest und Dir Zeit nimmst, dann möchtest Du auch entsprechend verdienen.
    Dafür brauchst Du aber eine Kundschaft, die das erkennt – und leisten kann.
  • In welcher Ecke arbeitest Du?
    In Vierteln mit höherer Kaufkraft kannst Du Deine Preise anders gestalten – und Kund:innen zahlen sie auch.
    In günstigeren Lagen zählt oft: schnell, praktisch, günstig. Qualität muss sich dann anders beweisen – oder leiden.
  • Wen willst Du anziehen?
    Positionierst Du Dich bewusst hochwertig, ziehst Du Kund:innen an, die auf Qualität achten. Du kannst Dir so eine Stammkundschaft aufbauen, die Dich auch weiterempfiehlt.
  • Große Aufträge bringen mehr
    Eine Rundum-Veränderung bringt mehr Umsatz – und mehr Trinkgeld – als ein Kurzhaarschnitt.
  • Spezialisierung zahlt sich aus
    Bist Du der oder die Expert:in für Blond, für Locken oder für Brautstylings, kannst Du andere Preise verlangen – und findest genau die Kund:innen, die Dich dafür suchen.
  • Produkte sind Dein zweites Gehalt
    Kund:innen, die hochwertige Pflegeprodukte mitnehmen, machen Deinen Monat leichter. Und Du bist nicht abhängig vom nächsten Haarschnitt.
  • Ein „guter Kontakt“ bringt oft fünf weitere
    Wenn eine zufriedene Kundin aus der Chefetage kommt, bringt sie oft gleich Kolleginnen oder Freundinnen mit, die den gleichen Anspruch (und das gleiche Budget) haben.
  • Mehr Trinkgeld ist kein Zufall
    Wohlhabendere Menschen sind daran gewöhnt, gute Dienstleistung zu honorieren – auch im Friseurstuhl.

Fazit: Wer bezahlt, bestimmt mit

Natürlich hängt Dein Erfolg auch von Deinem Können, Deinem Auftritt und Deinem Stil ab.
Aber ohne die richtige Zielgruppe bringt selbst die beste Arbeit oft nicht den verdienten Lohn.

Deshalb lohnt es sich, regelmäßig zu reflektieren:

Wer sind Deine Kund:innen?

Was sind sie bereit zu zahlen?

Und wie kannst Du Dein Angebot so gestalten, dass Du selbst davon leben – oder besser: gut leben kannst?

Wenn Du Fragen hast, Feedback brauchst oder Deine Erfahrung mit uns teilen willst:
Schreib mir gerne an presse@menschenimsalon.de – ich freu mich über Deine Gedanken.
Denn: Ein fairer Preis ist kein Zufall – sondern das Ergebnis von klugen Entscheidungen.

 

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