Du denkst, 40 Euro für einen Haarschnitt sind okay?
Dann schau Dir an, wie viele versteckte Kosten wirklich in Deiner Dienstleistung stecken – und warum Du Dich mit smarter Kalkulation nicht mehr unter Wert verkaufen musst. Dieser Artikel zeigt Dir Schritt für Schritt, wie Du Deine Preise fair, professionell und marktorientiert aufstellst – ganz ohne Excel-Chaos.
Die große Preisfrage: Was ist Dein Können wirklich wert?
Viele Friseur:innen machen sich selbst klein – und damit auch ihre Preise. Stattdessen orientieren sie sich an der Konkurrenz oder an alten Preislisten. Dabei lohnt es sich, mal tiefer zu blicken: Was kostet Deine Dienstleistung eigentlich wirklich? Und was ist sie Deinen Kund:innen wert?
Es gibt zwei Grundwege, die sich gut kombinieren lassen: Kostenbasierte Kalkulation (was brauchst Du zum Überleben?) und marktorientierte Kalkulation (was ist Dein Angebot wert?). Wir zeigen Dir beides – einfach, praxisnah und direkt für Deinen Salon anwendbar.
1. Kostenorientierte Kalkulation – Dein finanzielles Sicherheitsnetz
Bei diesem Ansatz stellst Du sicher, dass alle Deine Fix- und variablen Kosten gedeckt sind – und Du am Ende etwas verdienst. Es ist die Basis für alle Preisüberlegungen.
So gehst Du vor:
Schritt 1: Alle Kosten sammeln
Fixkosten wie Miete, Löhne, Versicherungen, Buchhaltung, Werbung, Software, Telefon etc.
Variable Kosten wie Produkte, Wasser, Strom, Waschservice, anteilige Verbrauchskosten je nach Kundenaufkommen
Schritt 2: Stundenkosten berechnen
Du teilst die Gesamtkosten (z. B. 12.000 €/Monat) durch die verkauften Salonstunden (z. B. 160 Std.)
→ Ergibt z. B. 75 €/Stunde
Schritt 3: Gewinnaufschlag drauflegen
Zum Beispiel 20 % → 75 € + 15 € = 90 €/Stunde
Schritt 4: Preis pro Dienstleistung ermitteln
Ein 30-Minuten-Haarschnitt: 90 € / 2 = 45 €
Vorteile:
Du sicherst Deine Existenz
Einfach zu berechnen
Transparente Preisstruktur für Dich und Dein Team
Nachteile:
Markt wird nicht berücksichtigt
Kundenwert bleibt außen vor
Schwankende Auslastung verändert alles
2. Marktorientierte Kalkulation – Was Deine Leistung wirklich wert ist
Hier geht’s nicht nur ums Rechnen, sondern ums Wahrnehmen: Wie erleben Kund:innen Deine Dienstleistung? Und was sind sie bereit, dafür zu zahlen?
a) Value-Based Pricing – Preise mit Gefühl
Dein Vorgehen:
Wer ist Deine Zielgruppe? Was schätzt sie?
Was unterscheidet Deinen Salon? (z. B. exklusive Produkte, Beratung, entspannendes Ambiente)
Was ist der emotionale Nutzen? (z. B. Selbstbewusstsein, Auszeit, Individualität)
Danach passt Du Deine Preise an – je höher der gefühlte Wert, desto höher darf auch der Preis sein
Beispiel:
Ein individueller Premium-Haarschnitt mit ausführlicher Beratung und tollem Styling darf deutlich teurer sein als ein Standard-Walk-in-Service.
Vorteile:
Höhere Preise möglich
Positionierung als Premium-Salon
Kundenbindung durch emotionale Verbindung
Nachteile:
Der Wert muss spürbar und sichtbar sein
Marketing und Kommunikation sind entscheidend
Wenn die Leistung nicht hält, was der Preis verspricht – wird’s kritisch
b) Competitive Pricing – Preise wie die anderen? Nur wenn’s Sinn ergibt
Hier orientierst Du Dich an anderen Salons in Deiner Region – sinnvoll, aber nur mit Bedacht.
So funktioniert’s:
Analysiere: Wer verlangt wie viel für welchen Service?
Entscheide: Möchtest Du günstiger, gleich oder teurer sein – und warum?
Passe Deine Preise entsprechend an, aber verliere nicht Deine Identität
Vorteile:
Schnell und leicht umsetzbar
Du bleibst wettbewerbsfähig
Reagierst flexibel auf Marktveränderungen
Nachteile:
Deine eigenen Kosten könnten hinten runterfallen
Gefahr: Preiskrieg statt Qualität
Du wirst vergleichbar – statt einzigartig
Fazit: Die perfekte Mischung für Deinen Salon
Am besten funktioniert die Kombination:
Kosten geben Dir die Sicherheit
Wettbewerb zeigt Dir die Realität
Wert gibt Dir die Chance auf mehr Gewinn und bessere Positionierung
Du willst wissen, ob Deine Preise fair kalkuliert sind?
Oder wo Du zu günstig bist?
Dann frag einfach unseren Salon-Chatbot FRAG KNUTH – er kennt sich aus mit Preisstufen, Stundenverrechnungssätzen, Positionierung und Bauchgefühl. Kein teures Coaching nötig – einfach auf menschenimsalon.de/frag-knuth gehen und Deine Fragen stellen.
Wenn Du lieber persönlich plauderst: presse@menschenimsalon.de
Ich freu mich auf Deine Preisgeschichten!