Selbstmarketing für Friseurinnen

Selbstmarketing für Friseurinnen. Sie arbeiten fleißig: Trotzdem stehen Ihre männlichen Kollegen im Rampenlicht? Höchste Zeit für Eigen-PR.

Team MIS fand, dass dieser Artikel auch in der Friseurbranche Gültigkeit hat

 

Aufmerksam machen.
Es ist eigentlich eine Binsenweisheit, aber man kann es nicht oft genug sagen: Gute Arbeit allein reicht nicht, um eine wirkliche ,,Marke“ im Job zu werden. Die richtigen Leute müssen Ihre wahren Fähigkeiten kennen- und schätzen lernen. Das kommt aber nicht von allein. Schalten Sie also um nach dem Motto: Tue Gutes und rede darüber!
Ein Artikel von: Julia Trösser

Das heißt konkret: weniger verschwiegene Kärrnerarbeit, dafür mehr vernehmbare Webung in eigener Sache betreiben. Wenn Sie in Ihrem Unternehmen erst einmal als ,,Vermittlerin“, ,,Troubleshooter“ oder ,,kreativer Kopf“ bekannt sind, wird man Sie in wichtigen Situationen zurate ziehen.

 

Geschickt einfädeln
Sich selbst gut zu erkaufen, seine Vorzüge ins rechte Licht zu rücken, das ist vor allem denen unangenehm, die immer betonen ,,Ich will durch meine Leistung auffallen." Kein kluger Schachzug. Denn Leistung fällt nur dann auf, wenn sie öffentlich gemacht wird. Erwähnen Sie Ihre persönlichen Erfolge scheinbar nebenbei im Gespräch, beispielsweise: ,,Ähnliche Erfahrungen habe ich bereits bei meiner Arbeit für Professor Schmidt gemacht" oder ,,Auf diese Weise haben wir das Problem damals bei der Firma XY ganz gut in den Griff bekommen." So erreichen Sie Ihr vollkommen legitimes Ziel, ohne allzu aufdringlich zu wirken. Vergessen Sie ruhig Ihren Perfektionswahn und den hohen Anspruch an sich selbst: Wenn Sie sich in einem Thema lediglich auskennen, sind Sie Expertin und können sich auch so bezeichnen.


Wenn Ihnen Fehler in der Firma auffallen, sollten Sie sich nicht still über den Sand im Getriebe ärgern. Reichen Sie doch einfach Verbesserungsvorschläge ein. Dabei sollte es Ihnen nie peinlich sein, Ihre Leistung auf den Tisch zu legen. Mit Hochstapelei oder Sich-Verbiegen hat das Ganze nichts zu tun. Im Gegenteil: Je subtiler die eigene Inszenierung, desto erfolgreicher ist sie. ,,Selbstmarketing ist wie flirten", erklärt Karriereberater Gerhard Winkler. ,,Damit es wirkt, muss man so tun, als täte man es gar nicht." Das soll heißen: Wer ein netter Mensch ist, darf es bleiben. Aber nicht erwarten, von allen geliebt zu werden. Wichtiger ist, sich bei Kollegen und Vorgesetzten den nötigen Respekt zu verschaffen.

 

Selbstdarsteller werden
Eine gute Rhetorik, eine feste Stimme und ein sicheres Auftreten sind wichtige Faktoren Ihres Selbstmarketing-Programmes. Signalisieren Sie Ihrem männlichem Gegenüber immer, dass Sie auf Augenhöhe mit ihm sind, auch wenn Sie hierarchisch und körperlich eine Nummer kleiner sind. Machen Sie sich jederzeit klar, dass Ihre Arbeit in Ihrem Unternehmen unentbehrlich ist - das verhilft zu einem selbstbewussten Auftritt.

 

Keine Scheu vor hohen Tieren
Machen Sie keine Bogen, wenn Sie Ihren Vorgesetzten begegnen, sondern nutzen Sie diese Situation als Möglichkeit zum Gespräch. Wenn Sie am Büro Ihres Chefs vorbeikommen, schauen Sie mal rein. ,,Für Männer ist das normal. Sie entwickeln ein kumpelhaftes Verhältnis und fallen dadurch auf", sagt Erfolgscoach Sabine Asgodom. ,,Wenn Sie Ihren Chef als Menschen mögen, laden Sie ihn doch einfach zu sich nach Hause zum Grillen ein. Vielen Frauen erscheint dieser Gedanke zwar völlig absurd, aber so eine unkomplizierte Einladung kann für Ihr Selbstmarketing nur von Vorteil sein.

 

Mund aufmachen
Machen Sie sich vor allem auch bei größeren Konferenzen bemerkbar. Überlegen Sie sich vorher genau, zu welchem Punkt der Tagesordnung Sie etwas Sinnvolles sagen wollen. Auch bei Interessanten, innovativen Projekten sollten Sie verstärkt aktiv werden - selbst wenn dafür Qualifikationen gebraucht werden sollten, die nach Ihrer eigenen Einschätzung nicht unbedingt zu Ihren Stärken gehören. Vieles können Sie sich im Lauf eines Projekts aneignen. Übernehmen Sie dabei aber auf gar keinen Fall die langweiligen Aufträge, für die sich keiner meldet. Sonst werden Sie schnell zur Notlösung, für alle Fälle und geraten wieder ins Karriere-Abseits.

 

Networking betreiben
Pflegen Sie unbedingt auch außerhalb des Unternehmens berufliche Kontakte, um sich einen Namen in der Branche zu machen. ,,Es ist wichtig, dass Sie sich zeigen und präsentieren zum Beispiel auf Podiumsdiskussionen", sagt Coach und Trainerin Maike Schmitt. Wenn Besucher hier etwas Besonderes wie Ausstrahlung, fachliche Kompetenz oder Lebendigkeit an Ihnen wahrnehmen, werden Sie beim nächsten Mal schon wieder erkannt - ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur ,,Marke". Nutzen Sie jede Gelegenheit, Vorträge zu halten oder Interviews zu geben.

 

Wer schreibt, der bleibt
Also fangen Sie an zu publizieren - in der Hauszeitschrift, im Intranet oder zu Ihrem Spezialgebiet in einem anerkannten Fachmagazin. Wer es moderner mag, kann auch im Internet bloggen oder einem Beitrag für ein Online-Forum schreiben. Wer hoch hinaus will, sollte ein Buch veröffentlichen.

 

Bestätigung holen
Bitten Sie Ihren Chef oder Ihre Chefin doch gelegentlich, einen Blick auf Ihre Konzepte zu werfen. Lassen Sie ihn oder sie auch zum Beispiel per E-Mail wissen, welche Erfolge Sie erzielt haben. So stellen Sie sicher, dass Ihr Chef weiß, von wem die guten Ideen und Lösungen stammen.

 

Weiblich bleiben
,,Frauen machen oft den Fehler, dass sie versuchen, die besseren Männer zu werden", sagt Sabine Asgodom. ,,Verkleiden Sie sich auf keinen Fall, sondern bleiben Sie deshalb auch optisch den Einheitsdress im schwarzen Hosenanzug. Selbstverständlich können Sie auch mal einen Rock oder ein Kleid tragen. Durch farbige Akzente bleiben Sie Ihren Vorgesetzten eher im Gedächtnis. Wichtig dabei: Nicht übertreiben und immer Stil und Seriosität wahren.

 

Mentor suchen
Suchen Sie sich in der Firma Unterstützung bei einem erfahrenen Kollegen. Der kennt sich aus und weiß, was zu tun ist um der Chefetage bekannt zu werden. Sagen Sie einfach: ,,Ich find's klasse, was Sie machen, vielleicht könnte ich mir ab und zu ein paar Tipps von Ihnen holen." Nehmen Sie in Kauf, hier einmal das Klischee der hilfsbedürftigen Frau zu bestärken - wenn Sie erfolgreiches Selbstmarketing betreiben, werden Sie es bald widerlegen können.

Quelle: Julia Trösser, Karriere.de, Oktober/November

 

 

Credits Images:

Roland Schwan: Kollektion

 

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