Und was verdient eine Friseurin?

Ein ehrlicher Blick auf Löhne, Unterschiede und Entwicklungsmöglichkeiten.

Reden wir Klartext: Friseur*in ist ein wunderschöner Beruf 

kreativ, nah am Menschen, immer im Wandel. Doch wenn wir über Wertschätzung sprechen, müssen wir auch über Geld sprechen. Denn gute Arbeit verdient faire Bezahlung.

Also: Was verdient man als Friseur*in wirklich? Und wo steht Dein Gehalt im Vergleich?

1. Gesetzliche Mindestausbildungsvergütung 2026

Seit 2020 gibt es eine gesetzliche Untergrenze, die jährlich angepasst wird. Wenn dein Betrieb nicht tarifgebunden ist, darf er diese Beträge (für Ausbildungsbeginn in 2026) nicht unterschreiten:AusbildungsjahrGesetzliches Minimum (Brutto/Monat)

1. Lehrjahr724 €
2. Lehrjahr854 €
3. Lehrjahr977 €

2. Tarifverträge: Wo es mehr gibt
Tarifbindung lohnt sich. In vielen Bundesländern liegen die Sätze deutlich über dem gesetzlichen Minimum.

Hier einige Beispiele für 2026 (basierend auf aktuellen Abschlüssen):

Nordrhein-Westfalen (NRW): Hier wurden starke Steigerungen ausgehandelt.
Azubis im 1. Lehrjahr können ab August 2026 mit ca. 785 € rechnen,
im 3. Lehrjahr sogar mit über 1.050 €.

Baden-Württemberg & Bayern: Diese Bundesländer führen oft die Gehaltstabellen an.
Hier liegen die Vergütungen im 3. Lehrjahr häufig stabil über der 1.000 €-Marke.

Ostdeutschland: Hier orientieren sich viele Betriebe noch eher am gesetzlichen Minimum, wobei die Lücke durch neue Tarifverträge langsam kleiner wird.

3. Was kommt nach der Ausbildung?
Da der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar 2026 auf 13,90 € pro Stunde gestiegen ist, hat das direkte Auswirkungen auf dein Einstiegsgehalt als Geselle/Gesellin:

 

Vollzeit-Einstiegsgehalt: Bei einer 40-Stunden-Woche liegt das Bruttogehalt (nur Basis ohne Provision) bei ca. 2.410 €.

Provisionen: Das ist der "Turbo" im Friseurberuf.
Viele Salons zahlen Umsatzbeteiligungen. Wer gut berät und verkauft, kann sein Gehalt oft um mehrere hundert Euro monatlich steigern.

 

Der Realitätscheck 2026

Seit dem 1. Januar 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 € pro Stunde.

Das bedeutet: Jede vollzeitbeschäftigte Fachkraft (160 Std./Monat) verdient mindestens 2.224 € brutto.

Werte unter 2.224 € (wie in deiner Liste für Sachsen, Thüringen etc.) sind daher im Jahr 2026 für eine Vollzeitstelle gesetzlich gar nicht mehr zulässig.

Hier ist das aktualisierte Bild der Median-Gehälter für Friseur*innen (geschätzt auf Basis der aktuellen Tarifdynamik und des Mindestlohns):

Region / Bundesland
Geschätzter Median 2026 (Vollzeit)
Trend & Grund

Baden-Württemberg 2.680 €
Hohe Dichte an Premium-Salons & starke Tarifbindung.

Bayern 2.620 €
Vor allem München zieht den Schnitt kräftig nach oben.

Hamburg 2.580 €
Hohes Preisniveau in der Stadt erlaubt höhere Löhne.

Hessen 2.550 €
Starkes Gefälle zwischen Frankfurt (hoch) und Nordhessen.

Nordrhein-Westfalen 2.510 €
Große Sprünge durch den neuen ver.di-Tarifvertrag 2026.

Berlin 2.490 €
Enorme Spanne zwischen Szene-Barbern und Kiez-Salons.

Ost-Bundesländer 2.250 – 2.350 €
Hier liegt das Gros der Gehälter nun nah am Mindestlohn.

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit

Da wir uns bereits im April 2026 befinden, haben sich die Zahlen  gegenüber 2025 massiv verschoben.

Der Hauptgrund:

Der gesetzliche Mindestlohn ist zum 1. Januar 2026 auf 13,90 € pro Stunde gestiegen.
Das bedeutet für jede Vollzeitstelle (40 Std./Woche) ein gesetzliches Minimum von ca. 2.410 € brutto.

Die alten Werte von 2.100 € oder weniger sind damit Geschichte – sie wären heute schlichtweg illegal.


Wer zahlt was?
Der Plattform-Check 2026

Plattform Ø Monatsgehalt (Vollzeit)
Quelle / Analyse 2026

Entgeltatlas BA ca. 2.560 €
Median für Fachkräfte; spiegelt die flächendeckende Anpassung an den neuen Mindestlohn wider.

Stepstone ca. 2.650 €
Nutzerangaben liegen oft höher, da hier viele Stylisten aus städtischen Trend-Salons melden.

Kununu ca. 2.317 – 2.700 €
Große Spanne; Top-Werte in München/Hamburg (bis 3.000 €),
Einstieg oft am Mindestlohn-Limit.

Aubi-plus2.410 – 2.800 €
Fokus auf Fachkräfte; zeigt deutlich das neue "Unterlimit" durch den Mindestlohn 2026.

Jobted / Regional ca. 2.480 €
Durchschnittswert, der auch kleinere ländliche Betriebe berücksichtigt.

Ergebnis: Der neue Mittelwert für eine ausgebildete Fachkraft liegt 2026 bei etwa 2.500 € brutto/Monat.

Das ist ein Plus von fast 20 % im Vergleich zu den Zahlen von vor zwei Jahren!

Was diese Zahlen für Dich bedeuten
Das Fazit bleibt zwar im Kern gleich, bekommt aber 2026 eine neue Schärfe:

Die neue Basis: Unter 2.410 € (bei Vollzeit) darfst Du als Geselle/Gesellin gar nicht mehr arbeiten. Das ist Dein gesetzliches Recht.

Spezialisierung zahlt sich aus:
Während der Mindestlohn die "unten" absichert, ziehen die Gehälter für Spezialisten (Balayage-Experten, Master of Color, Barber) nach oben weg. Hier sind Gehälter um 3.000 € bis 3.500 € plus Provision absolut realistisch.

Faktor Provision:
Da die Lohnkosten für Saloninhaber durch den Mindestlohn gestiegen sind, arbeiten viele Betriebe noch stärker mit Provisionsmodellen.

Dein Ziel sollte sein: Hohes Fixum (als Sicherheit) + faire Umsatzbeteiligung.

Mein Tipp: Wenn Du heute ein Vorstellungsgespräch hast, ist "Mindestlohn" kein Verhandlungserfolg, sondern die gesetzliche Pflicht des Chefs.

Dein Verhandlungsspielraum beginnt oberhalb der 2.500 €-Marke, wenn Du Zusatzqualifikationen mitbringst.

Geld ist nicht alles – aber 2026 ist das Jahr, in dem der Friseurberuf endlich auch finanziell die Kurve raus aus dem Niedriglohnsektor geschafft hat!

War nicht ganz die Antwort, die Du gesucht hast?

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