Achim Rothenbühler: Warum er gerne Menschen beobachtet

Und er beantwortet die Frage: Welches ist für einen guten Friseur das wichtigste Handwerkszeug?

Achim Rothenbühler

Um ein wirklich guter Friseur zu sein, bedarf es vor allem drei Dingen: Heart (Herz), das die Leidenschaft erweckt. Hands (Hände), die ihr Handwerk perfekt verstehen. Head (Kopf), der für die kreativen Ideen zuständig ist.

L'Oréal Professionnel hat aus dieser Formel ein Konzept geschaffen, das die besten Friseure in einem internationalen Kreativteam vereint. Denn schließlich wollen auch die Besten der Besten an sich arbeiten und sich weiter perfektionieren. Als Vertreter für Deutschland wurde Achim Rothenbühler, Gründer und Direktor des J.7 Labels, in die weltweit einzigartige Kreativtruppe eingeladen. In Paris präsentierte er im Kreis der internationalen Akteure seine innovativen Trendideen. Im typischen J.7 Stil: Kreative Stylings (Kopf) mit faszinierenden Schnitttechniken (Hände) und mit einem durch und durch leidenschaftlichen Trendbeat (Herz).

Team MIS fragt Achim Rothenbühler: wie darf man sich das vorstellen, wenn sich die besten Friseure weltweit in Paris treffen?

Achim Rothenbühler: bei so einem internationalen Treffen entsteht ein unglaublich lebhafter Austausch. Dabei geht es in erster Linie um Fashion. Auffällig war jedoch das rege Interesse an den Heimatländern der sechs Teilnehmer. Da will dann einer aus Bilbao im Baskenland wissen, wie den Stuttgart so ist - und umgekehrt. Und natürlich haben wir dabei auch ganz schön rumgealbert.

 

Team MIS: wie verständigt man sich denn, wenn die Einladung ins H³-Team von Top-Friseuren aus der ganzen Welt angenommen wird?

Achim Rothenbühler: wir haben vor allem Englisch gesprochen. Aber da es nicht alle gleich gut beherrschen, haben wir auch Hände und Füße verwendet und uns mit diesem Mix ganz hervorragend unterhalten. Beeindruckt hat mich hier, wie sehr die Persönlichkeit des einzelnen Teilnehmers geschätzt wurde. Da hieß es dann eher "Sprich in deiner Landessprache, wir verstehen dich schon irgendwie", als dass eine perfekte PowerPoint-Präsentation in Oxford-Englisch erwartet wird.

 

Team MIS: das hört sich ja fast wie bei einem Schulausflug an. Doch eigentlich sind die eingeladenen Friseure ja Konkurrenten auf höchstem Niveau.

Achim Rothenbühler: das ist ja das Erstaunliche daran. Obwohl hier sechs sehr starke Egos aufeinander prallen, war der Austausch immer sehr team-orientiert und offen. Jeder wollte einfach nur sein Bestes geben und sein Können den anderen zeigen.

 

Team MIS: wie sieht der Stundenplan von so einem H³ Meeting aus?

Achim Rothenbühler: alles andere als entspannt. Die zwei Tage in Paris waren wirklich mit viel Arbeit und mit noch mehr Kommunikation voll gepackt. Wir haben eine Menge neuen Input bekommen, beispielsweise durch den Besuch in einem Trendbüro und im Museum, und diese Anregungen haben wir dann in Brainstormings ausgetauscht. Und erst danach ging es an die Umsetzung unserer eigenen Ideen.

 

Team MIS: kann man das Entwickeln und Aufspüren von Trends denn überhaupt lernen?

Achim Rothenbühler: wir waren nicht dort um neue Trends zu entwickeln. Dafür sind die internationalen Trendagenturen zuständig. Ein Trend hat immer eine Entwicklung. Und die Trendscouts spüren zunächst die Einflüsse auf, die später zu einem weltweiten Trend werden. Sie sind ihrer Zeit immer lange voraus und beraten dann Menschen wie uns, die mit Fashion zu tun haben.

 

Team MIS: und in welche Richtung entwickeln sich die neuen Trends?

Achim Rothenbühler: darüber darf ich jetzt leider nichts sagen. Denn unsere Trendlooks, die dann in diesem Sommer in einer Tournee vor Fachpublikum präsentiert werden, sind bis dahin top secret. Schließlich sieht man sich in einem James Bond Film auch nicht die letzte Szene zuerst an.

 

Team MIS: was ist so einzigartig am H³ Konzept?

Achim Rothenbühler: der Gedanke "Be yourself." war einfach die ganze Zeit zu spüren. Jeder von uns sechs durfte und sollte seine besonderen Stärken und das ganz persönliche Charisma mit in die Gruppe bringen. Es gab kein uniformiertes Schema, dem wir uns anpassen mussten. Und für einen Weltkonzern wie L'Oréal, finde ich das eine sehr progressive Vorgehensweise.

 

Team MIS: und was ist so einzigartig an Paris?

Achim Rothenbühler: wenn ich in Paris bin, brauche ich kein Programm. Dort gibt es klasse Bars und schöne Clubs. Doch das Größte ist für mich, die Menschen auf der Straße und ihr Styling zu beobachten. Das gesamte Straßenbild von Paris ist einfach sensationell.

 
Text: Martine Hövermann / Fotos: Achim Rothenbühler

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