Zeit spielt im Nagel Geschäft eine wichtige Rolle

Interview mit Elsbeth Schuetz Celebrity Nail Artist auf der Intercharm Mailand

Seit wann üben Sie Ihren Beruf aus, und wer gehört zu Ihren Kunden?

ES: Seit über 25 Jahren mache ich schon Nail Art und Maniküre und ich habe heute Kunden aus dem Show-Biz wie Kathy Perry, Hillary Swank, Jessica Simpson, Paris Hilton, Teri Hatcher und viele andere. Oft habe ich nur eine kleine Umkleide oder arbeite in einem Trailer und es muss alles sehr schnell gehen. Gerade die Stars haben wenig Zeit und länger als eine Stunde darf es selten dauern – auch für spektakuläre Styles.

Wie hat sich die Nagelmode in der Zeit verändert? Was ist heute aktuell?

ES: Als ich anfing, waren die Nägel superlang und vorne meist gerade abgefeilt. Spielerische Motive und figurative Styles waren „hot“ und erforderten große künstlerische Fähigkeiten. Ich denke da an Pin-up Girls, an Gesichter oder Blüten. Doch seit zwei bis drei Jahren hat sich der Trend in den USA komplett gewandelt. Kurze Nägel sind in, ca. 98% der Aufträge, die ich mache, sind so und meist gehen die Nägel nur gerade über die Fingerkuppe hinaus. Alle Stars möchten einen Retro-Style, wie ihn Jackie Kennedy oder Grace Kelly getragen haben. Also eher klassisch inspiriert, auch was die Form anbelangt. Man könnte sie als Mandelform mit sanft gerundeten Nägeln beschreiben. Rot als Farbe ist zurück, ein „Bette Davis-“ oder „Grace Kelly-Rot“, neben Grau, Schlamm und Schwarz. Hip ist derzeit auch ein grünlicher Goldton. Animalprints wurden abgelöst von Punkten, einfachen graphischen Motiven, die aber trotzdem großen Impact haben. Ich arbeite auch viel mit hauchdünnen Metallic-Folien, die ich mit Kleber oder Nagellack auf die Nägel klebe, abfeile und dann nur noch überlackiere. Das gibt spektakuläre Effekte und geht auch schnell.

Was ist aus Ihrer Sicht der neueste Trend? 

ES: Python-Nägel, mit echter Schlangenhaut, das ist gerade der Hype und die Stars lassen sich das bis zu 300 Dollar kosten. Dazu lackiere ich die Nägel zwei Mal mit weißem Nagellack, bevor ich die papierdünne Pythonhaut – die man nach dem Häuten der Schlangen im Terrarium findet – noch auf den feuchten Lack aufklebe. Mit einer Folie drücke ich die Pythonhaut an und feile dann die überstehenden Teile ab. Top Coat darüber und fertig ist der derzeit exklusivste Style – garantiert ein absoluter Hingucker. Und das Schöne daran ist: Das hält auch echt lange und passt zu jedem Kleidungsstil.

Haben Sie noch einen Tipp für uns, was man bei der Maniküre beachten sollte und wie man die Haltbarkeit des Nagellacks verbessern kann?

ES: Früher hat man zur Vorbereitung die Finger immer ca. 5 Minuten oder noch länger in Wasser gebadet. Damit sollte die Nagelhaut aufgeweicht und abgelöst werden. Das ist echt Unsinn, wie man heute weiß. Dadurch quillt der Nagel auf und wird größer. Wenn man dann lackiert, kann der Nagellack, wenn das Wasser verdunstet, nicht mitschrumpfen und splittert schneller ab. Eine moderne Maniküre ist daher trocken und die Nagelhäutchen werden mit Nagelhautentferner schonend entfernt. Wichtig ist es auch, die Nägel immer fettfrei zu haben, bevor man lackiert. 


Interview: beautypress.de

Bitte stimmen Sie der Cookie Verwendung, zu Ermöglichung bestimmter Funktionen und zur Verbesserung unseres Angebotes zu. Informationen Cookies/­Datenschutz Ich stimme zu

Nachricht hinterlassen
SPEVER Support

Hinterlassen Sie eine Nachricht. Wir werden uns in Kürze bei Ihnen melden.