Guerillia Strategie Preissetzung bei Friseur-Salons

Zukunftsorientierte Preisstrategien für Salons

Zukunftsorientierte Preisstrategien für Friseurunternehmen

Die Situation: jede Woche ist es das Gleiche. Der Dienstagmorgen im Salon startet gut. Die 9.30- und 10.00-Uhr-Termine sind ausgebucht aber bis 12.00 haben drei Stylisten eine Lücke und wir hoffen auf Laufkundschaft. Ab 12 Uhr sind wir voll, können unseren beiden wichtigsten Kundinnen aber keine Foliensträhnen machen, da keiner der Stylisten Zeit für die Arbeit hat. Ab 15 Uhr gäbe es wieder Freiraum, leider sind die beiden Kundinnen beruflich nicht abkömmlich. Irgendwie scheint aber auch keine Woche und kein Tag mehr dem anderen zu gleichen. Es scheint fast, als sei ein Friseurbesuch eine spontane Idee. Manche Wochen haben einen starken Dienstag und Mittwoch, in anderen Wochen ist es zu jeder Mittagszeit proppenvoll und nachmittags stehen wir uns die Beine in den Bauch bis um 17 Uhr das Business wieder anzieht. Welche Chance haben wir, diese Situation zu unserem Vorteil einzusetzen und höhere Einkommen für die Stylisten ?

 

Mit dem First Class & Business Class

Konzept zu mehr Einkommen und Umsatz

Welche Chance haben wir, diese Situation zu unserem Vorteil einzusetzen und höhere Einkommen für die Stylisten und einen höheren Umsatz für den Salon zu generieren? Grundlage der folgenden Überlegung, war die Situation eines befreundeten Saloninhabers, dessen Salon über zwei Etagen, nicht genug Umsatz und Einkommen generierte. Wir wollten einen neuen Weg zu Wachstum finden.  Dafür gehen wir von zwei Grundgedanken aus, die uns zukunftsweisend erscheinen:


1. Zeit ist Geld

2. Luxus

Preisstrategien
International lassen sich unterschiedliche Konzepte in den Preisstrategien der Salons erkennen:

  • Preise basieren auf der Arbeitszeit
  • Preise basieren auf Lohnkosten
  • Preise auf Basis der Lohn, Material- und Fixkosten
  • Preise auf Basis der künstlerischen Niveaus (Stylist, Top Stylist)
  • Preise basierend auf der Wettbewerbssituation
  • Preise basierend auf dem Einkommen der Kunden
  • Willkürlich festgelegte Preise (Phi mal Daumen)

 

1. Gedanke: ZEIT ist Geld
Die Preissetzung ZEIT IST GELD baut sich auf dem Hintergrund der Transaktionskosten auf. In Normaldeutsch bedeutet das, dass alle Aktionen auf dem Markt oder im Leben mit Kosten verbunden sind; so auch die Fahrt mit dem Auto zum Friseursalon. Die Anfahrt bringt Benzin- und Parkkosten mit sich. Die Zeit für den Besuch muss mit Urlaub oder „länger Arbeiten" (in der Mittagspause zum Friseur) bezahlt werden. Nicht-Berufstätige heuern vielleicht ein Kindermädchen für die Betreuung der Kids während des Friseurbesuchs an. Aber auch Oma erwartet einen Gegenwert für die Beaufsichtigung. Um es auf den Punkt zu bringen. Der Friseurbesuch ist mit weiteren Kosten verbunden, die nicht direkt in den Preis des Friseurs einfließen, aber zusätzliche Kosten verursachen und die Attraktivität des Friseurbesuchs zu schmälern können.

 

2. Gedanke: Es gibt Bedarf für Luxus = FIRST CLASS
Auf der anderen Seite steht die Sehnsucht nach der eigenen Wertschätzung, nach dem Sich-was-Gönnen. Den Luxus eines ausgiebigen Friseurbesuchs mit allen erdenklichen Service in Anspruch zu nehmen, stellt ein Verwöhnerlebnis mit LUXUS-Etikett dar.

 

Die Kombination von ZEIT IST GELD und LUXUS = BUSINESS CLASS

 

BUSINESS CLASS und FIRST CLASS

Während unserer Ideenfindung stießen wir auf zwei Ansatzpunkte beide Ideen zu einer Preisstrategie zu transformieren und unter einem Dach zu vereinen

1. die tageszeitbasierte Preisstrategie
2. die standortbasierte Version

Um es vorweg zu nehmen, beide Konzepte sind nicht mit niedrigeren Dienstleistungspreisen verbunden, sondern der KUNDENVORTEIL und seine Wertschätzung für Zeit und/oder Luxus stehen im Vordergrund der Preissetzung. Beide Konzepte führen tatsächlich zu höheren Preisen durch den gestiegenen Kundennutzen. Der Relevanz der Lohnkosten wird in beiden Varianten Rechnung tragen.

Wann gibt es welchen Service? Worin liegt der Unterschied?
Ein Salon dessen räumlicher Aufbau keine Einteilung in verschiedene Zonen (wie in einem Flieger) zulässt kann von der ersten Variante, der tageszeitbasierten Preisstrategie profitieren. Im Zeitraum von 11-14 Uhr und von 17.30 - 20 Uhr gibt es den Business-Service. Bedenken Sie die Transaktionskosten mit denen ein Salonbesuch in dieser Zeit verbunden ist. Berufstätige Kunden nutzen Ihre Mittagspause für einen Besuch. Je länger der Besuch dauert, desto größer sind die Nachteile für den Kunden, denn seine Transaktionskosten steigen schnell. Kommt er oder sie zu spät aus der Mittagspause, muss für die Zeit nachträglich Urlaub eingereicht werden oder eine längere Arbeitszeit am Abend vermiest die neue Frisur. Ein kürzerer Besuch hat für den Kunden einen höheren Wert. Vorausgesetzt das Niveau der Dienstleistung hat das gleiche Niveau wie „gewohnt". Der Vorteil des Salons liegt in der Ausnutzung der Zeit mit dem höchsten Kundenverkehr bei gleichzeitig höheren Preisen. Berechtigt durch den Zeitgewinn auf der Seite des Kunden.

Ziel: Tolle Dienstleistung in nur 30 Minuten statt bisher in 45 oder 60 Minuten, zum Vorteil des KUNDEN bei höheren Preisen. Beachte: der höhere Preis basiert auf dem BUSINESS CLASS Konzept „Zeit ist Geld".
Damit das Niveau der Dienstleistung gleich bleibt, wenn nicht sogar besser wird, müssen die Arbeitstechniken angepasst, trainiert und standardisiert werden. Beispiel: Kammsträhnen in Topqualität, statt Folien, schnellere Schnitt- und Stylingtechniken mit Produkten die dem Konzept folgen. Der vorgegebene Zeitrahmen muss eingehalten werden.

 

Idee: Eventuell in dieser Zeit ein Parkservice für Kunden einrichten. Spart kostbare Zeit.

 

FIRST CLASS KONZEPT

Ziel ist die Auslastung der unattraktiveren Tageszeiten durch das FIRST CLASS KONZEPT
Der First Class Service wird in der Zeit von 9-11 und von 14-17 Uhr offeriert. Hier stehen andere Arbeitstechniken als beim Business Class Konzept im Vordergrund. Die künstlerisch anspruchsvolleren Arbeitstechniken verlangen einen höheren Einsatz von Arbeitszeit und münden damit in einen höheren Preis. Die Arbeitstechniken basieren auf einem Verwöhneffekt und einer Luxus vermittelnden Umsetzung. Der Vorteil des Salons liegt in der Ausnutzung der Zeit mit dem geringeren Kundenverkehr bei gleichzeitig höheren Preisen, berechtigt durch den Verwöhneffekt und das höhere künstlerische Niveau. Beispiele: Strähnentechniken mit mehreren Farben, Produkte mit einem höheren Pflegeanteil, Schnitttechniken, die mit einer Komplettveränderung verbunden sind.

 

Standort basierte Version des Business- und First Class Konzeptes

Salons mit mehreren Räumen oder Zwei Etagen, können die Einrichtung und die Dienstleistung bestimmten Bereichen, Räumen oder Etagen zuordnen. Der Kunde hält sich während seinen Besuch in dem für diesen Service idealisierten Bereich auf. Beachte: der dramatische Unterschied zu bisherigen Preiskonzepten liegt in der Wertschätzung des Kunden. Seine Bedürfnisse und nicht die Kosten- oder Konkurrenzsituation stehen im Mittelpunkt. Der Kunde kann entscheiden welchen Service er zu welchem Zeitpunkt als ideal beachtet.

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Ihr

Knuth Arndt

 

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