Tom Kroboth: Seine Fotos sind neu und trendgebend

Woher holt er Inspiration für seine kreativen Arbeiten?

Tom Kroboth im Interview


Menschen im Salon.de fragte den Friseur, der gerade eben zum weltbesten Friseur gewählt wurde weil seine Fotos atemberaubend, neu und trendsetzend sind: Tom Kroboth.
„Vor jedem Fotoshooting mache ich mir ein Konzept. Ich studiere die Modejournale, ich versuche zu erspüren, wohin der Trend geht, was für ein Gefühl der neue Trend ausdrückt. Diesem Gefühl gebe ich eine neue Form. Dann erst suche ich das passende Modell und mache mich an die Haararbeit." Für seine Avantgarde Fotos verläßt er eindeutig die Welt des Friseurs und agiert wie ein Künstler: „Ich betrachte Haar dann einfach als Material wie jedes andere."

Und dieses Material beherrscht der gebürtige Wiener Tom Kroboth wie nur noch wenige in diesem Handwerk. Für eine Fotosession ließ er sich von Tiermotiven inspirieren und gestaltete einen großen Skorpionschwanz aus Haaren. Am Tag des Fotoshootings mußte er feststellen, dass das Haarteil so mächtig war, dass es das zarte Mädchen, das er als Modell ausgewählt hatte, völlig erdrückte. Was tun? Tom Kroboth ging einen Kaffee trinken, sah im Lokal ein Mädchen mit einer albernen Irokesen-Mütze sitzen und plötzlich war sie da, die neue Idee. Er zerstörte den in vielen Stunden erarbeiteten Skorpion-Schwanz und machte daraus eine Haarskulptur, die zum Mädchen passte.

Der gigantische Pferdeschwanz für die German Hairdessers Award Kollektion hat eine Basis aus Draht, in die Tom mit seinem Assistenten in sechs Stunden Arbeit nach genau vorgegebenem Farbkonzept Haare einarbeitete. Als das Foto geschossen war, wurde ihm klar, dass der Knick im Pferdeschwanz nicht perfekt war. Also wurde die komplette Konstruktion noch einmal aufgelöst und der Knick ist jetzt so, wie Tom sich das vorgestellt hat. Spleeniger Perfektionismus? „Nein!" widerspricht Tom Kroboth. „Es sind die vielen kleinen Details, die letztendlich die Qualität ausmachen" sagt der European Artistic Director von Aveda. „Viele Friseure nehmen sich nicht die Zeit, genau hinzuschauen und ihr Auge zu schulen, um eben diese Kleinigkeiten, die ja auch den Trend ausmachen, zu erkennen." In meinen Seminaren zu Fotoshootings und Laufstegarbeit fordere ich die Teilnehmer immer dazu auf, diesen Details in Trendmagazinen nachzuspüren, zu erkennen, wo und wie sich die Nuancen verändern und damit Neues schaffen."

Rege Diskussion erregte seine Manga-Püppchen-Kollektion. Inspiriert von einem Manga-Künstler zeigte er, am Computer simuliert, Kindchenschema pur. Großer Kopf, große Augen, großer Mund auf einem winziger Körper, die Frisur ist, wenn überhaupt auf der riesigen Glatze vorhanden, auswechselbares Accessoire. „Das sieht für mich total magersüchtig aus und soll auch eine gesellschaftliche Botschaft sein an alle Frauen, die diesem modernen Barbie-Puppen-Schema nacheifern: Wollt Ihr wirklich so aussehen?" Ein Foto mit einem total glatzköpfigen Modell zum German Hairdressers Award einzusenden war gewagt, aber die Jury hat die Botschaft dieser Avantgarde-Foto-Strecke verstanden, während das Modell zunächst todunglücklich mit den Fotos war. Tom Kroboth: „Dabei sieht sie so schön aus, ohne Haare!" Offenbar war er der erste, der das erkannte, denn seit diesem Job wird das Mädchen plötzlich ständig mit straff aus dem Gesicht gekämmtem Haar fotografiert. Auch das genaue Hinschauen bei der Auswahl des Modells ist also ein Teil des Erfolges, den Tom Kroboth hat.

Dass er das Arbeiten mit Haaren und Haarteilen wirklich perfekt beherrscht, zeigt eine andere Fotostrecke. Für seine AIPP -Kollektion, die Haar-Hüte ließ er sich von den aktuellen Modeschauen inspirieren. „Ich habe mir im Internet die Videos der aktuellen Laufstegkollektionen angesehen und festgestellt, dass immer wieder Hüte zu sehen waren. Ganz unterschiedliche Formen von Hüten bis hin zu albernen Hexen- oder Harlekin-Hütchen. Daraus ist meine Kollektion entstanden, mit einer Strickmütze aus Haaren, einem Hexenhut, einem Zylinder uns so weiter."

Sensationelle Fotos, die die Redakteure von über sechzig Friseurmagazinen aus 29 Ländern überzeugten. Auf der Cosmoprof wurde Tom Kroboth am 13. April zum weltbesten Friseur ernannt. Damit tritt er in die Fußstapfen einiger der bedeutendsten Friseure unserer Zeit: Trevor Sorbie, Robert Lobetta, Charlie Miller und Errol Douglas. „Es ist mir eine Ehre, mich in die Reihe der ganz Großen der Branche einzuordnen. Ich bin sehr stolz über diesen Erfolg und freue mich sehr, dass meine Kreationen solchen Anklang gefunden haben. Ich habe in den letzen Jahren sehr intensiv darauf hingearbeitet und möchte der Friseurwelt auch in Zukunft noch viele Inspirationen geben!"

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